Brauche ich einen Rückbildungskurs?

Liebe frischgebackene Mama, vielleicht fragst du dich, ob du dir bei all deinen To-Dos, dem ständigen Stillen, Tragen, dem Schlafmangel und Hormonumschwung nun auch noch einen Rückbildungskurs geben musst? Ist das nicht bloß noch mehr Stress und eine weitere Belastung für die du gerade eigentlich keine Kraft hast?

Falls du dir diese Frage gerade stellst, dann lies jetzt weiter. Denn in diesem Beitrag erfährst du, was dir die Rückbildung wirklich bringt und warum du dir diese Chance nicht entgehen lassen solltest.

Mamas beim Rückbildungskurs

Was passiert im Rückbildungskurs?

Dein Körper hat während der Schwangerschaft und der Geburt großartige Arbeit geleistet. Dafür hat er sich stark verändert. Unter anderem wurden die Bauchmuskeln und der Beckenboden stark gedehnt, Atmung tief in den Bauch war nur noch bedingt möglich, dein Körperschwerpunkt hat sich durch den wachsenden Bauch verlagert, wodurch sich deine Körperstatik verändert hat. Ziel des Rückbildungskurses ist es, dem Körper wieder in den Zustand von vor der Schwangerschaft zu helfen. Konkret werden folgende Ziele verfolgt:

  • Verbesserung deiner Körperstatik (Haltung und Stabilität)
  • Förderung ökonomischer Bewegungsmuster (d.h. geringster Kraftaufwand + Verschleiß)
  • den nach der Schwangerschaft + Geburt beanspruchten Beckenboden besser wahrnehmen und trainieren
  • Kräftigung des ganzen Körpers
  • Rückbildung einer Rektusdiastase der Bauchmuskeln
  • Herstellen der funktionellen Verbindung von Zwerchfell und Beckenboden
  • Zusammenführung von frischgebackenen Mamas, Förderung von Austausch und gegenseitiger Unterstützung

Wird die Rückbildung von der Krankenkasse bezahlt?

Ein klares JEIN. 😉

Rückbildungskurse können grundsätzlich von Hebammen oder extra hierfür zertifizierten Physiotherapeut:innen angeboten werden und werden in beiden Fällen von der Krankenkasse bezuschusst.

Während die Hebammen allerdings direkt mit den Krankenkassen abrechnen können, die dann häufig 100% der Kosten übernehmen, sind die Kurse der Physiotherapeut:innen meistens als Präventionskurse zertifiziert. Das bedeutet für dich, dass du im Anschluss an den Kurs deine Rechnung bei der Krankenkasse einreichen kannst und eine teilweise Erstattung erhältst. (Bei vielen KK um die 75€)

OK, also bei der Hebamme kostet mich der Kurs nix, warum sollte ich dann irgendwo hingehen, wo ich was bezahlen muss?

An dieser Stelle möchten wir dir drei gute Gründe für einen Kurs bei einer Physiotherapeutin nennen:

  1. Physiotherapeuten sind DIE Experten für Anatomie, Haltung, Bewegungsökonomie, etc. Häufig haben sie neben körperlichen Übungen auch viel Erfahrung mit Taping & Atemarbeit, was sich auch in der Rückbildung toll einsetzen lässt.
  2. Viele Hebammen bieten gar keine Kurse mehr an, weil sie zeitlich komplett ausgelastet sind und weil die Pauschalen der Krankenkasse lächerlich niedrig sind, sodass sich die Kurse finanziell kaum lohnen, außer die Anzahl der Frauen ist sehr groß. Und das führt mich zu 3.
  3. Die Kurse der Physiotherapeuten sind häufig deutlich kleiner. Das bringt mehr Ruhe, Entspannung und Konzentration in den Kurs und auch der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen wird erleichtert.

Rückbildung mit oder ohne Baby??

Rückbildungskurse werden sowohl mit als auch ohne Baby angeboten. Damit du schnell einen Überblick bekommst, welche Argumente wofür sprechen, folgt hier eine kleine Gegenüberstellung der Vorteile. Vergiss jedoch nicht, es gibt kein Richtig oder Falsch. Höre auf deine Intuition und schau was zu dir, deinen Wünschen für den Kurs & eurer Familiensituation am besten passt.

Vorteile eines...

Kurses mit Baby

  • du brauchst keine Kinderbetreuung + musst keine Milch abpumpen
  • du und dein Baby erlebt gemeinsam etwas Neues

Kurses ohne Baby

  • Du kannst dich intensiver auf die Übungen konzentrieren
  • Die Rückbildung ist effektiver
  • Du kannst eine kurze Auszeit nur für dich genießen
  • Du kannst dich in Ruhe mit anderen Mamas austauschen

Nachteile eines...

Kurses mit Baby

  • die Rückbildung ist meist weniger effektiv
  • dein Baby könnte von der Situation schnell überreizt sein und weinen
  • Austausch mit anderen Mamas ist manchmal etwas schwieriger, vor allem wenn die Kinder unruhig sind

Kurses ohne Baby

  • du brauchst eine Kinderbetreuung 
  • evtl. musst du vorher Milch abpumpen, falls dein Baby in deiner Abwesenheit Hunger hat
Mama und Baby bei der Rückbildung

Was kann passieren wenn du auf die Rückbildung verzichtest?

Nein, wir möchten an dieser Stelle keine unnötige Panik verbreiten. Allerdings ist es tatsächlich so, dass der Verzicht auf eine regelmäßige Rückbildung, mehr oder weniger schwerwiegende Folgen für dich haben kann. Zu den Folgeerscheinungen einer nicht ausreichend vollzogenen Rückbildung gehören z.B.:

  • Probleme mit Inkontinenz
  • Weniger Empfinden beim Sex
  • Gebärmuttersenkung / Blasensenkung
  • Instabilität und Schmerzen in der Körpermitte durch Rektusdiastase
  • Rücken- / Hüftschmerzen, aufgrund von Haltungsproblemen

Brauche ich die Rückbildung auch wenn ich einen Kaiserschnitt hatte?

Ein Klares JA! Denn auch wenn der Beckenboden hierbei natürlich weniger stark gedehnt wurde, als bei einer vaginalen Geburt, ist er durch die Schwangerschaft trotzdem übermäßig belastet worden. Und auch die Veränderung deiner Haltung, die Stellung deiner Füße, die Verlagerung deines Körperschwerpunktes und die Entstehung einer Rektusdiastase sind in der Schwangerschaft genauso passiert wie allen anderen Frauen, unabhängig vom Geburtsmodus. Darum würden wir auch allen Frauen, die ihr Baby per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht haben dringend die Teilnahme an einem Rückbildungskurs empfehlen.

Einziger Unterschied:  Der Beginn der Rückbildung wird nach Kaiserschnitt frühestens ab 8 Wochen nach der Geburt empfohlen (nach vaginaler Geburt ist es frühestens nach 6 Wochen)!

Na, haben dich die Effekte der Rückbildung überzeugt und du willst dich kurzfristig doch noch für einen Kurs anmelden?

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